24.06.2026: Das Tal der Zeit
Heute änderte ich meine Strategie. Ich entscheide mich statt Monte Crostis (Schotter und Trails) und der verbotenen, weil gefährlichen, Umfahrung der Galeria Comelico für die ganz sichere Variante. Hätte ich früher nie gemacht.
Deswegen nehme ich mir vor, mir bewusst mehr Zeit zu nehmen. Zeit ist aber nicht irgendwo gestapelt und ich kann mir sie nicht nehmen. Ich bekomme auch keine Zeit geschenkt. Ich kann mir auch keine Zeit lassen. Ich bin jedoch der Meinung, ich kann sie gestalten, mit z.B. unvergesslichen Momenten. Mit Momenten, die unverhofft kommen. Die vor allem dann kommen, wenn man vom Plan abweicht.
Auf dem Weg durch ein Tal fallen mir Uhren auf. Je mehr ich ihrer bewusst werde desto mehr entdecke ich. Solche wie man sie von Bahnhöfen kennt, andere Vorläufer der digitalen Uhren. Spontan verlasse ich meine Route und fahre in ein pittoreskes Dorf. Dort finde ich abenteuerliche Uhren. Eine wird von einer Wassermühle angetrieben. Eine andere spielt ein Carillion ab. Und wieder eine andere lässt wasser-zeitgesteuert Wasser erst nach links und dann nach rechts ablaufen. Was man mit Zeit alles anstellen kann.
Hat mein Motto mir Zeit zu nehmen etwa doch einen Sinn bekommen? Irgendwie wurde mir doch Zeit geschenkt.
Als ich aus dem Dorf wieder auf meine Route einbiege, begegnet mir eine Schnecke. Für sie vergeht die Zeit genauso schnell oder langsam wie für mich. Wir verbringen ein wenig Zeit miteinander. 🙂
Ich habe auf meinem Zeitstrahl heute weitere Marker gesetzt, an die ich mich gerne erinnern werde. Und ohne tieferen Sinn zeigt meine Uhr heute 78 km und 2000 hm. In meinem Albergo allerdings scheint die Zeit stehen geblieben (auch das tut sie natürlich nicht). Morgen geht’s weiter. Aber nicht im Schneckentempo.