14.07.2026: Willkommen im schrägsten 70er-Jahre-Hotel der Republik
Das Socializing in Grenzach-Wyhlen hat richtig gutgetan.
Draußen ist es wieder extrem warm. Ansonsten heißt es heute bei Gegenwind einfach stur treten, treten, treten, bis die 115 Kilometer im Kasten sind. Doch vorher muss ich irgendwo einen Golfplatz überqueren. Dort wird vor fliegenden Golfbällen gewarnt. Das lässt mich ob der hinter mir liegenden Herausforderungen ziemlich kalt. Obwohl Golfbälle schon Menschen auf dem Gewissen haben sollen, hab ich zumindest gehört. Ich mache jedenfalls hier ein Päuschen und beobachte wie die Herren zu Fuß und deren Frauen mit dem Caddy das Grün wechseln.
Meine Route führt mich weiter vorbei am Kaiserstuhl und Thuniberg. Hier war ich schon zwei Mal und ich komme erneut durch Ulles Heimatort Merdingen, wo ihm sogar ein Platz gewidmet ist. In dieser Gegend suche ich verzweifelt nach einer gut bürgerlichen Gaststätte, um etwas zu Mittag zu essen. Ich folge einem vielsagenden Wegweiser zu einer noch vielsagender klingenden Gaststätte. Als ich dort ankomme, springen mir die typischen Reklamebilder von Döner & Co entgegen. Zum Glück finde ich eine Metzgerei. Dort gönne ich mir mal was Schweiniges und eine kühle Apfelschorle.
Ich fahre weiter nach Herbolzheim und erreiche irgendwann Lahr. Dort habe ich das Hotel Wacker gebucht. Ich stelle fest, dass ich im hässlichsten Hotel der hässlichsten Stadt abgestiegen bin. Das Interieur ist aus den 70er Jahren. Auf dem Wer zu meinem Zimmer muss ich durch einen Dschungel mit künstlichem Vogelgezwitscher. Der Frühstücksraum ist irgendwie asiatisch dekoriert. Und in meinem Zimmer herrschen 50 Grad. Lahr muss ich zu Gute halten, dass es im Zentrum ein paar nette Häuser im Gotischen Stil gibt.
Ich freue mich das erste Halbfinale der WM im Fernsehen zu verfolgen. Aber ich muss feststellen, dass ich zwar Bibel TV und Astro TV, aber weder ARD noch ZDF empfange. Apropos Empfang: Die alte Dame ist wirklich süß. Sie schmeißt offensichtlich den ganzen Laden.