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Alpencross Ost – West mit dem MTB: 11. Etappe von Livigno nach Davos

01.07.2026: Wettersturz mit Folgen

Heute wird es richtig grenzwertig. Ich überschreite nicht nur die Grenze von Italien in die Schweiz, sondern komme ernsthaft an den Punkt, ans Aufgeben zu denken.

Ein Hindernis reiht sich gnadenlos ans nächste. Gestern Abend ließ sich meine e-SIM für die Schweiz nicht aktivieren, weil die automatische Identifikation fehlschlug. In der Nacht plagen mich heftige Bauchkrämpfe, die mir kaum Schlaf gönnen. Und dann wird das Wetter mit Regen und Kälte zuschlagen.

Genau auf dem höchsten Punkt, über 2600 Metern, fängt es bei frostigen 6 Grad Celsius erst an zu graupeln, und in der Abfahrt vom Chaschauna Pass auf dem eigentlich schönen Trail schüttet es wie aus Eimern. Ich überhole bergab zwei Leidensgenossen, denen die Qual förmlich ins Gesicht geschrieben steht. Zu allem Übel lockert sich mein Cleat, sodass ich meinen rechten Fuß fast nicht mehr aus dem Pedal bekomme – eine absolute Horrorvorstellung auf dem Trail. Mit roher Gewalt und viel Glück gelingt es mir schließlich doch. Ich brauche eine gefühlte Ewigkeit bis ins Tal und bin fast steif gefroren. In kurzer Hose versuche ich krampfhaft die Beine so oft es geht zu bewegen, um warm zu bleiben.

Eigentlich stehen heute zwei Pässe auf dem Programm, aber als mein eigener Routenplaner habe ich den anspruchsvollen Scaletta (Trail) bereits am Vorabend gegen die Flüela (Asphalt) getauscht. Als Option „Notfallplan“ habe ich mir sogar schon vorsorglich einen Platz im Postbus gebucht.

Meine miese Verfassung und der anhaltende Regen lassen mir keine andere Wahl, als diese dritte Option zu ziehen. Bis Susch (Haltestelle Postbus am Fuße des Flüela) fahre ich auf einer Waldpiste im strömenden Regen. Dort erfahre ich an der Haltestelle, dass auch der stündlich verkehrende Zug nach Davos mit 2x Umsteigen möglich ist. Dummerweise verpasse ich den Zug gerade und muss noch eine ganze Stunde im kleinen Bahnhofshäuschen warten. Zum Glück ist auf die Schweizer Bahn Verlass.

Dass ich die Endstation zu früh gebucht habe und am Ende meiner Zugfahrt noch ein paar Kilometer im Regen strampeln muss, macht den Bock dann auch nicht mehr fett. Ich bin unendlich froh, als ich das gebuchte Hotel überhaupt erreiche. Dort stelle ich fest, dass ich mein Cleat inzwischen komplett verloren habe – darum kümmere ich mich dann morgen.

Immerhin kann ich endlich meine e-SIM aktivieren, auch wenn es extrem unpraktisch ist, wenn man einen QR-Code aufs Handy geschickt bekommt, den man mit exakt demselben Handy scannen soll. Aber mit Hilfe der Rezeption in meinem urigen Hotel Ochsen bekomme ich es hin. Für Davos ist das meine klare Empfehlung.

Bilanz des Tages: 45 Kilometer, 1000 Höhenmeter, klatschnass und eisige 6 Grad.

agilecyclist

I startet my career as a developer. I first came into contact with Agile in the 90s when I was an architect responsible for a software product for Tier-1 banks. Back then it was still agile theatre. Since I started working intensively with Agile a lot has changed for the better. As an Agile Coach I am convinced that Agile can help in an era marked by rapid change and constant challenges. Agile is far from dead!