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Alpencross Ost – West mit dem MTB: 12. Etappe von Davos nach Valbella (Lenzerheide)

02.07.2026: Epic Trail

Mountainbiker lieben Trails, und der 40 Kilometer lange Alp Epic Trail in Davos gehört zu den ganz besonderen Exemplaren. Bei meiner Planung packte ich ihn mir also ins Programm.

Ich breche recht spät auf, da ich erst noch neue Cleats besorgen muss und für die geplanten 60 Kilometer und 2000 Höhenmeter optimistisch bin, nicht allzu lange zu brauchen. Wie man sich doch täuschen kann.

Grundsätzlich fahre ich die Berge aus eigener Kraft hoch und ich habe mich für diese Reise bewusst für das Hardtail entschieden. Alle anderen Biker, die ich heute treffen werde, nehmen bequem die Gondel hinauf, fahren fette Enduro-Bikes und lassen sich elektrisch unterstützen. Gut, diese Rahmenbedingungen habe ich mir selbst so gesetzt.

Der Downhill vom Jakobshorn bis zum Sertig Dörfli – übrigens nach 6 Kilometern Trail eine der wenigen Einkehrmöglichkeit weit und breit, lass ich links liegen – ist fahrtechnisch schon mal eine echte Hausnummer (S3). Danach wartet eine 5 Kilometer lange Wanderung bergauf. Der Trail ist permanent extrem schmal, und manchmal braucht man Nerven aus Stahl, wenn man direkt am Abgrund nicht absteigen will. Aus Gründen der Sicherheit schiebe ich trotzdem hin und wieder. Die letzten 15 Kilometer machen zwar irre Spaß, aber die ständige Konzentration fordert auch ihren Tribut, was das Vorankommen anbelangt. Noch nie habe ich mich auf einem Trail so sehr nach der Straße gesehnt.

Bevor sie kommt stoppe ich am Landwasser-Viadukt an einem Kiosk, freue mich auf was Deftiges, ergattere aber nur noch ein trauriges Stück Kuchen. Auf dem Trail selbst mussten meine zwei Bananen und ein Riegel herhalten.

Das dicke Ende kommt wie immer zum Schluss: Da ich in Thusis keine Unterkunft gefunden habe, buchte ich am Vorabend kurzerhand die mir bereits bekannte Jugendherberge in Valbella (s. Alpenchallenge). Dass ich dafür noch einmal 700 Höhenmeter bewältigen muss, habe ich galant verdrängt. Ein fieser Gegenwind zermürbt mich auf dem Weg dorthin zusätzlich. Die Krönung ist eine Nachricht der Jugendherberge, dass ich nichts mehr zu essen bekommen werde.

Ich checke um 19:15 Uhr ein, springe schnell unter die Dusche und darf dann noch einmal bergauf zu einem Restaurant laufen, wo ich endlich etwas zu essen bekomme – zum dreifachen Preis der Herberge.

Insgesamt war ich für 68 Kilometer und 2400 Höhenmeter fast 10 Stunden unterwegs. Zum Glück teile ich mir das 6-Bettzimmer mit nur einem einzigen weiteren Gast.

Fazit: Es war eine grandiose Erfahrung, aber im Rahmen eines Alpencross macht dieser Trail nur bedingt Sinn. Mit dem richtigen Bike für dieses Terrain fetzt er aber ordentlich. Und ein Tipp: In Sertig besser nochmal ordentlich die Wampe vollschlagen.

Und für morgen hab ich eine heftige Etappe geplant. Ich schaue auf meinem Handy schon mal nach einer leichteren Option, falls mein Körper morgen es verlangt.

agilecyclist

I startet my career as a developer. I first came into contact with Agile in the 90s when I was an architect responsible for a software product for Tier-1 banks. Back then it was still agile theatre. Since I started working intensively with Agile a lot has changed for the better. As an Agile Coach I am convinced that Agile can help in an era marked by rapid change and constant challenges. Agile is far from dead!