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Führen mit Fokus auf dem, was zählt

Ich geb’s zu: Ich bin ein einfacher Typ und liebe die einfachen Dinge. Außerdem bin ich von Natur aus eher faul, zumindest wenn’s um Routinekram geht. Aber sobald eine komplexe Herausforderung auftaucht, bin ich sofort Feuer und Flamme — dann wird mein Ehrgeiz geweckt und ich werde proaktiv.

Als Leader merke ich ziemlich schnell, wann mein Team feststeckt. Ich bilde mir nicht nur ein, sondern ich spüre es wirklich, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Genau dann ist mein Moment gekommen. Jetzt geht’s darum, gemeinsam mit dem Team Entscheidungen herbeizuführen, Ziele zu bestimmen und eine Strategie zu bauen, die nicht nur gut klingt, sondern auch funktioniert.

Dabei schaue ich mir alles ganz genau an (ich bin ja faul, also Ballast weg damit!) und achte nicht nur auf Effizienz, sondern vor allem auf Effektivität. Dabei stelle ich mir immer wieder Fragen wie:

  • Was ist wirklich wichtig?
  • Wo steckt der größte Nutzen?
  • Wo lauern Risiken?
  • Welches Problem müssen wir eigentlich lösen?
  • Wissen wir, woran es liegt? Und wenn nicht: Wie finden wir das raus?
  • Was müssen wir lernen?
  • Welche Aha-Momente brauchen wir noch?

Das sind die Fragen, die ich als Leader klären will. Die Antworten soll das Team liefern — meine Aufgabe ist es, die richtigen Fragen zu stellen.

Dringend oder wichtig? Ein Riesenunterschied!

Ich kenne so einige Manager, die bei komplexen Situationen total durchdrehen. Sie rennen jedem Thema hinterher, lassen sich überall ablenken, sehen nur noch Risiken und keine Chancen mehr. Dann schalten sie in den Feuerwehrmodus: Alles ist plötzlich „dringend“.

Und was passiert? Sie fangen an, alles selbst zu machen: telefonieren, Anweisungen geben, Meetings abhalten — Chaos pur. Am Ende hat sich nix bewegt, aber alle sind völlig platt.

Wichtig ist nicht dasselbe wie dringend! Dringende Sachen müssen sofort erledigt werden — ein brennendes Feuer löscht man ja auch nicht erst nächste Woche. Wichtige Dinge dagegen brauchen Planung und kluge Entscheidungen, sie müssen nicht sofort passieren, aber eben rechtzeitig, bevor’s brennt.

Da ich faul bin und keine Lust auf Stress mit Dringendem habe, kümmere ich mich lieber früh um die wichtigen Themen. So bleibt’s entspannt.

Was heißt das jetzt für dich als Leader?

Dein Team braucht keine ständige Kontrolle, keine Machtspielchen, kein Mikromanagement. Wenn du die wichtigen Probleme im Blick hast, kannst du das Team unterstützen, die richtigen Fragen zu stellen und die wirklich entscheidenden Punkte zu klären. Wenn Du priorisierst, dann schaue permanent, was ist langfristig und was ist mittelfristig bedeutsam, also wichtig. Gestalte, organisiere und priorisiere die damit verbundenen Tätigkeiten. Führe diese Tätigkeiten, die die Aktionen deiner Strategie bedeuten, gemäß deiner Priorisierung aus. Delegiere so viel wie möglich, was auch von anderen erledigt werden kann, damit du Zeit hast, dich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern, nämlich die Zukunft!

Im vierten Artikel werde ich aus meiner Sicht erläutern, warum es als effektiver Leader besser ist, Win-Win-Situationen herbeizuführen statt um jeden Preis gewinnen zu wollen und am Ende doch nur Verlierer zu produzieren.

agilecyclist

I startet my career as a developer. I first came into contact with Agile in the 90s when I was an architect responsible for a software product for Tier-1 banks. Back then it was still agile theatre. Since I started working intensively with Agile a lot has changed for the better. As an Agile Coach I am convinced that Agile can help in an era marked by rapid change and constant challenges. Agile is far from dead!

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