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Alpencross Ost – West mit dem MTB: 18. Etappe von Courmayeur nach Villard sur Doron

09.07.2026: Zwischen Mont-Blanc-Magie und völliger Erschöpfung

Der Mont Blanc selbst ist ein riesiges Massiv. Heute früh beim Blick vom Balkon meines Zimmers zeigt er sich in phantastischer Morgenröte. Ich wache pünktlich zum Sonnenaufgang auf, springe nackt auf den Balkon, staune, schieße das Foto und lege mich wieder hin.

Ich bin heute in keiner guten Verfassung – definitiv kein Tag für Experimente. Von Courmayeur fahre ich in das romantische Val Veny. Je weiter ich vordringe desto mehr verschwindet der Mont Blanc aus meinem Blickfeld. Dafür tun sich andere sehenswerte Riesen (Aiguilles) auf.

Auf den Col de la Seigne muss ich mir 1000 Höhenmeter am Stück extrem hart erarbeiten. Der Trail hinab nach Frankreich ist zwar ein Sahnehäubchen, aber unten platzt mir fast der Schädel. Die Hitze (übrigens hab ich seit dem Start in Ljubiljana außer einem Regentag permanent über 30 Grad), das Race-Hardtail und der Rucksack fordern ihren Tribut.

Das Frühstück war ein italienischer Witz, Bananen habe ich heute keine ergattern können und die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. An einer kleinen Hütte im Talboden fülle ich meine Speicher etwas auf (nur ein Salat), bevor es wieder auf die Straße geht. Das Tal ist ein wirklich schönes Fleckchen Erde. Ich würde gerne länger bleiben, aber ich habe noch einiges vor mir bis zu meiner Unterkunft. Auch heute war fast alles ausgebucht.

Der folgende Pass geht so lala. Ich fahre im absoluten Schon-Modus und versuche mentale Energie aus der phantastischen Landschaft zu ziehen. Das gelingt auch recht gut. Ich bin erleichtert als ich den Cormet de Roselend erreiche. Hier führen einige tolle Trails hinunter, die ich schweren Herzens auslasse. Ich bin zu kaputt. Die Abfahrt auf der Straße nach Beaufort ist endlos und ebenfalls ein Genuss.

Der nächste Planungsfehler ist meine Unterkunft: Sie ist zwar superschön, aber ich muss mich dafür leider noch mal ordentlich den Berg hochquälen. Gestern dachte ich noch “na das geht schon”, aber wenn die Verfassung nicht stimmt, muss man arg auf die Zähne beißen. Zu essen gibt es hier auch nichts. Die Vermieterin sieht mir meinen Zustand an und ist so nett, mir später etwas zu kochen. Das Haus, Baujahr 1770, haben die Besitzer restauriert und neu gestaltet. Was die beiden daraus gemacht haben, ist unbeschreiblich. Ich hatte die Ehre, mit ihnen gemeinsam zu Abend zu essen und durfte dabei den Platz mit der allerbesten Aussicht einnehmen. Was für tolle Gastgeber und herzliche Menschen.

Wenn es morgen wieder so schlecht läuft, mache ich nur 30 Kilometer. Fazit: Ohne Bananen geht nichts, aber die Landschaft ist toll, ich befinde mich mittlerweile in Savoyen.

agilecyclist

I startet my career as a developer. I first came into contact with Agile in the 90s when I was an architect responsible for a software product for Tier-1 banks. Back then it was still agile theatre. Since I started working intensively with Agile a lot has changed for the better. As an Agile Coach I am convinced that Agile can help in an era marked by rapid change and constant challenges. Agile is far from dead!