12.07.2026: 150 Kilometer Durststrecke im Auf und Ab
Ich fange am besten mal vom Ende her an: Ich bin doch glatt vom Rad gefallen. An einem Zebrastreifen konnte ich mich mit einem Schweizer Autofahrer nicht einigen, wer nun Vorfahrt hat, und als er letztendlich nicht hielt, war ich zu schwach, um noch auszuklicken.
Von insgesamt 150 Kilometern und 1400 Höhenmetern am heutigen Tag haben mich unfassbare 100 Kilometer Gegenwind enorm genervt. Dabei stand lustiges Kantons-Hopping auf dem Programm: von Waadt über Fribourg nach Bern. Man könnte die Etappe auch als “Tour de Lacs” bezeichnen, da ich am Genfersee, der Saane und dem Bielersee unterwegs war. Wobei die Saane eigentlich ein Fluss ist, der sich bei Bulle und Fribourg aber wie ein breiter See präsentiert.
Alternativ könnte man die Route auch einfach wortwörtlich als Durststrecke bezeichnen. Supermärkte und Tankstellen hatten allesamt geschlossen, und Brunnen mit frischem Wasser gab es heute nur im Kanton Waadt. Ich musste bei dieser unglaublichen Hitze mit mickrigen drei Bananen, zehn Datteln und 6 Flaschen Wasser auskommen. Die drei Brunnen auf den letzten 30 Kilometern stellten meinen Humor mit der Aufschrift “Kein Trinkwasser” ordentlich auf die Probe.
Zu guter Letzt war mein präferiertes Hotel, das morgens noch sieben freie Einzelzimmer hatte, heute Abend plötzlich restlos ausgebucht. Die positiven Aspekte des Tages: Ich konnte ein Stück auf genau der Route fahren, die die besten Radfahrerinnen der Welt am 2. August unter die Reifen nehmen werden. Zudem bin ich am Festival der besten Musiker der Welt in Montreaux vorbeigefahren. Letztlich bin ich im Hotel Glandon gelandet.