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Alpencross Ost – West mit dem MTB: 8. Etappe von der Tierser Alp nach Meran

27.06.2026: Kurz vorm Umfallen

Auf dem Papier sieht alles einfach aus, so auch die heutige Etappe. Ich suchte beim Planen eine interessante Verbindung von der Seiser Alm nach Meran. Das Sarntal kenne ich noch nicht, das ist gesetzt. Eigentlich wollte ich von dort über die Stoarnern Mandln nach Meran. Das erscheint mir nach der letzten Etappe vollkommen illusorisch (das wären 100 km und 3000 hm!). Eine andere Option ist der Knüppelsteig zur Seiser Alm. Der ist mittlerweile aber verboten. Also weiche ich von meinem Plan ab und bastle mir abends noch eine neue Route zusammen. Warum nicht über die Marterloch Brücke und dann über Jenesien nach Meran? Soweit der Plan.

Ich fahre also statt Knüppelsteig über Compatsch, was auch deutlich einfacher ist. Die Abfahrt von der Seiser Alm ins Brenner Tal ist ein Träumchen. Unten folge ich dem Radweg Richtung Brenner und sehe entgeistert wie sich mein Track nach links verabschiedet. Das passiert, wenn Radweg und Straße parallel und direkt nebeneinander verlaufen. Also wieder zurück.

Die Auffahrt nach Oberinn ist typisch steil für diese Gegend. 20% Rampen auf Asphalt. Einen Trail durch eine Blumenwiese muss ich schieben. Ich tropfe wie der berühmte Kieslaster. Es ist weit über 35 Grad heiß. Ein Korso der freiwilligen Feuerwehrjugend aus halb Österreich fährt gröhlend auf einem engen Sträßchen viel zu dicht an mir vorbei. Naja wenigstens können sie schnell Hilfe leisten, wenn sie mich abräumen, denke ich mir.

Als ich in ein Dorf einfahre, geht plötzlich die Sirene los. Das nenne ich mal eine Begrüßung!

Die Abfahrt ins Sarntal ist dann wieder mega. Hier will ich eigentlich Pause machen und etwas essen. Deswegen habe ich die schön gelegenen Gasthöfe der Rittener Gemeinden links liegen gelassen. Dummerweise ist das Sarntal überhaupt nicht touristisch. Und die einzige Möglichkeit weit und breit, ein Kiosk, hat geschlossen.

Die letzte meiner üblichen beiden Bananen habe ich noch. Die Mittagshitze erreicht ihren Höhepunkt. Es ist heiß. Nach weiteren 300 Höhenmetern verwerfe ich schließlich den Plan mit der Brücke. Jetzt muss ich also das machen, was ich unbedingt vermeiden wollte: Auf der Straße nach Bozen. Das ist halb so schlimm. Dumm nur, dass die mit langen Tunnels versehen ist. Einen kann, nein muss ich sogar umfahren. Durch die anderen muss man als Radfahrer durch. Das ist bei dem Fahrverhalten der Autolenker aber nicht ungefährlich. Der nächste Tunnel lockt mit einer Umfahrungsmöglichkeit. Die Absperrung ignoriere ich. Ist auch erst ganz nice bis ich in einem stillgelegten Tunnel auf absolute Finsternis stoße.

Also wieder zurück, was in diesem Falle leider auch hoch bedeutet. Und von nun an durch die Tunnels. Mit Vollgas. Ich aktiviere alles, nur um schnell durch zu kommen. Ich fahre quasi Intervalle im Spitzenbereich.

In Bozen bin ich dann komplett leer gefahren. Ich spüre eine Gluthitze auf meiner Haut als wäre um mich herum ein Feuer. Schnell rein in einen Supermarkt und erst Mal etwas sie Speicher auffüllen. Und jetzt noch ca. 30 km nach Meran, wo ich sprichwörtlich auf der letzten Rille im Hotel (keine Empfehlung) ankomme. Ich bin so erledigt, dass ich die letzten Meter schiebe.

Dort wasche ich das Salz aus meinen Klamotten und muss verblüfft feststellen, dass der Abfluss nicht mehr funktioniert.

Jedenfalls schlafe ich gut.

Fazit: das erste Drittel der Etappe super. Der Rest war für die Tonne. Insgesamt 110 km und fast 2000 hm. Bei fast 40 Grad Celsius. Reicht.

agilecyclist

I startet my career as a developer. I first came into contact with Agile in the 90s when I was an architect responsible for a software product for Tier-1 banks. Back then it was still agile theatre. Since I started working intensively with Agile a lot has changed for the better. As an Agile Coach I am convinced that Agile can help in an era marked by rapid change and constant challenges. Agile is far from dead!