Bike Strong

Alpencross 2005 - 7. Etappe

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  • < 6. Etappe 24.08. Valongia - Spera 72,27 km 2005 hm 06:17 h Profil 8. Etappe >
    Am Morgen standen erst ein Mal diverse Reparaturen an: Laufrad zentrieren, Bremsbeläge wechseln und Schlauch flicken. Da heute nur 2000 Höhenmeter auf dem Programm standen, ließen wir uns mit der Abfahrt viel Zeit. Hab' ich es schon erwähnt: Die Sonne scheinte von einem strahlend blauen Himmel. Aaach!
    Um 10:40 Uhr ging es dann hinab nach Predazzo ins Val die Fiemme. In Vigo di Fasso bemerkte Gomez den Verlust seines Schlosses. Dummerweise hing daran sein Haustürschlüssel. Weil er Steffen den Schlüssel ausgehändigt hatte, bat er ihn, nach dem Schloss zu sehen. Das bescherte Steffen nochmal 200 Höhenmeter extra. Zum Glück hatte Steffen das Teil mitsamt den Schlüsseln wieder gefunden. Durch diese Aktion ist eine weitere halbe Stunde flöten gegangen.
    Steffen und ich wechselten uns nun in der Führungsarbeit ab und machten gehörig Tempo bis Predazzo. Dort hielten wir an einem Spar. Ich besorgte mir u.a. Babycreme für meinen wunden Allerwehrtesten. Die Sitzposition auf dem Stumpjumper war doch nicht meine gewohnte (Ich hab' das Bike nach dem Alpencross wieder verkauft).
    Von Predazzo rollten wir locker auf dem Radweg nach Roda. Von dort aus befuhren wir eine 20 % steile Teerstraße. Ich ließ mich anfangs etwas zurückfallen, wollte mich noch etwas schonen. Als die Straße zur Schotterpiste wurde und wir in das Val Sadole hinein fuhren, kamen meine Kräfte wieder zurück.
    Nach einem kurzen Stopp an der Rifugio Cauriol erwartete uns eine alte Militärpiste hinauf zum Passo Sadole. Einige Passagen mussten wir schieben. Eine Gruppe italienischer Wanderer fragte uns nach unserem Vorhaben. Nach einem kurzen Plausch machten wir uns wieder auf den Weg. Viele Biker scheinen diesen Pass nicht zu fahren, wobei für mich die Abfahrt hinab zur Rifugio Refavaie zu den schönsten der Tour zählte.
    Trotz einiger weniger Schiebestücke im oberen Teil einer der schönsten Trails, die ich bisher gefahren war. Vor allem der untere Abschnitt im Wald vor der Rifugio Refavaie ist absolut genial: weicher Waldboden mit super Flow! Steffen und ich mussten immer wieder auf Gomez warten, der sehr vorsichtig fuhr.
    Nachdem wir in der Rifugio unsere Flaschen aufgefüllt hatten, gingen wir die 1000 Höhenmeter zum Passo Cinque Croci an. Auf einer endlosen, nicht allzu steilen Schotterpiste kurbelten wir Höhenmeter um Höhenmeter hinauf, Steffen und ich vorne weg. An Abzweigungen warteten wir auf Gomez. Auf dem Pass wurde es nun empfindlich kühl, ein unangenehmer Wind blies uns um die Ohren.
    Es war bereits 18:00 Uhr. Ich hatte vorher den Tipp bekommen, nicht die Schotterpiste, sondern den Trail 326 hinab zur Rifugio Carlettini zu nehmen. Gomez entschied sich für die Schotterpiste. Jedoch hat er wohl eine Abzweigung verpasst und stand plötzlich neben uns auf dem 326er. Shit happens! Der Trail war jedoch fahrtechnisch äußerst anspruchsvoll. Ich gurgte irgendwie runter, oft auch schiebend. Ich fuhr, wo es sinnvoll erschien, aber höchstens 30 %.
    Unten angekommen machte Gomez einen sehr angefressenen Eindruck. Ich gebe zu: Der Weg war nicht gerade der Hammer. Die weitere Abfahrt auf Asphalt konnten wir richtig laufen lassen. Als wir in Spera einrollten, steuerten wir das gleichnamige Hotel an: 42 Euro HP mit einem grandiosen Blick auf den Ortigara und einer tollen Aussicht über das unter uns liegende Val Sugana. Wir aßen übrigens sehr lecker und reichhaltig bevor wir uns auf unsere luxuriösen Zimmer zum Schlafen verabschiedeten.
    Copyright © by Thomas Hofmann.