Bike Strong

Alpencross 2004 - 6. Etappe

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    Die heutige Etappe versprach noch einmal ein richtiges Highlight: der Trail von der Montozzo-Scharte hinab zum Lago di Pian Palu. Für Leander jedoch begann der Tag erst einmal mit Leiden (er hatte bei Belastung Knieschmerzen). Es musste der 2621 Meter hohe Gavia-Pass bezwungen werden: 900 Höhenmeter am Stück. Leander schob die steilsten Stücke und kürzte ab wo es nur ging. Bemerkenswert war, dass er mit dieser Methode schneller auf dem Pass war als der fahrende Christoph!
    Vom Passo di Gavia ging es in einer rasanten Abfahrt (Autos wurden überholt) hinunter nach Pezzo. Hier trennten sich Fossy und Christoph von uns. Fossy, dessen Voderbremse Öl verlor und Christoph, der die Schnauze für heute voll hatte, wählten die flachere Straßenvariante über den Passo Tonale zu unserem Etappenziel Dimaro im Val di Sole.
    Leander entschloss sich, mit Emil und mir die Variante über die Montozzo-Scharte zu nehmen. In Pezzo war das einzige Restaurant geschlossen und man verwies uns auf das 200 Meter höher gelegene Case di Viso. Dort angekommen standen wir erneut vor verschlossenen Türen: Powerbar rules! Nach einer kurzen Rast fuhren wir (Leander schob) fast 1000 Höhenmeter hinauf zur Montozzo-Scharte. Wir überholten noch einen Trupp Schwaben, bevor wir die Bozzi-Hütte unterhalb der Scharte erreichten. Im Freien saßen etliche Italiener an leeren Tischen. Ich schloss daraus, dass auch diese Hütte nicht bewirtet war. Erneut holten wir unsere Powerbars raus. Nachdem wir das trockene Zeug unten hatten, trauten wir unseren Augen nicht: Erst verließ ein kleiner Italiener mit einer Tafel "Ritter Sport", dann einer mit einer Portion Pommes die Hütte. Ich wurde jetzt auf das Übelste von Leander und Emil beschimpft und auf eine Runde am Abend verdonnert.
    Anyway! Nachdem Leander sich noch etwas aus der Hütte besorgt hatte, schoben wir unsere Bikes hinauf zur Scharte. Ohne Pause ging es weiter auf dem Trail hinab zum Lago di Pian Palu, sehr zur Freude von Leander, der immer besser sein Bike beherrschte. Ich wollte keinen weiteren Platten riskieren und fuhr hinter ihm her, während Emil alle Register zog und seine Bike-Artistik zum Besten gab - Respekt!
    Im Tal angekommen, besorgte sich Leander eine Salbe fürs lädierte Knie und ich beglich schon mal den ersten Teil meiner "Schuld" in Form von drei Bieren. Um 17:30 Uhr trafen wir in Dimaro ein, wo Fossy und Christoph bereits ein 4-Sterne Hotel für 25 Euro ausfindig gemacht hatten. Leider hatte das Doppelbett (Leander und ich schliefen meistens im Doppelbett) nur eine Matratze. Da Leander sich Sorgen wegen seines Knies und der bevorstehenden Etappe machte, hatte er offensichtlich Probleme einzuschlafen und wältze sich hin und her, was mich auf der Matraze auf- und abspringen ließ. Genervt von diesem Gehoppse baute ich mir ein provisorisches Lager aus Polsterteilen auf dem Fußboden - und schlief höchstens zwei Stunden.
    Copyright © by Thomas Hofmann.