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Alpencross 2004 - 3. Etappe

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    Wir standen um 7:00 Uhr auf und konnten es kaum glauben: Strahlend blauer Himmel. Leanders Equipment reduzierte sich auch an diesem Tag. Bereits am Morgen musste er zur Kenntnis nehmen, dass sein Pulsmesser die Strapazen des letzten Tages nicht überstanden hatte. Der Pulsmesser zeigte keine Werte mehr an - Flat Line! Um 9:20 Uhr machten wir uns nach einem reichhaltigen Frühstück auf den Weg hinab nach Ischgl. Leander kaufte sich vorher in einem Bikeladen in Galtür eine neue Satteltasche.
    Von Ischgl aus waren über 1200 Höhenmeter zum Fimberpass hinauf zu bewältigen. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass Leander an sehr steilen Passagen lieber schiebt als im kleinsten Gang hinauf zu kurbeln. Für Christoph war das eine willkommene Gelegenheit ebenfalls zu schieben. An der Heidelberger Hütte trafen wir Emil und Fossy, mit denen wir uns auf eine "Halbe" in der Sesvenna-Hütte verabredeten. Die "Taubstummen", mit denen wir bisher noch nicht ins Gespräch kamen (wie auch?!), überholten wir auf dem Weg zur Hütte. Rauf auf den Fimberpass ging es erneut nur schiebend. Zu meinem Erstaunen war der Pass fast schneefrei, entgegen einigen Unkenrufen aus diversen Internetforen! Auf der Passhöhe stellten wir zum ersten Mal fest, dass die "Taubstummen" taubstumm bzw. höhrgeschädigt waren.
    Leider hatte ich meine Bike-Handschuhe auf der Heidelberger Hütte vergessen. Nochmal runter wollte ich aber nicht. Die restlichen Tage fuhr ich ohne Handschuhe. Der folgende Trail hinab nach Ramosch war der reine Wahnsinn. Obwohl an machen Stellen ziemlich verblockt und steil, konnte ich fast alles fahren. An einer Alm wartete ich auf Christoph und Leander.
    Wir zogen unsere Schuhe aus, legten uns in die warme Sonne und genossen das traumhafte Panorama. An diesem Tag war auf der Strecke die Hölle los. Ständig trafen weitere Gruppen von Alpencrossern ein und man kam mit dem Einen oder Anderen ins Gespräch. Letztlich fuhr jeder wieder seines Weges. Viele hatten auch die Sesvenna Hütte als Ziel, nur wir wollten als Einzige noch an diesem Tag rauf.
    Da es schon recht spät war, machten wir uns auf den Weg. Wir überquerten u.a. eine halbe Brücke und diverse Bachläufe. In Ramosch machte mich Christoph auf einen Plattfuss aufmerksam. Naja irgendwann hätte ich es sicher selbst bemerkt.
    Es folgte der Weg hinauf zur Uina-Schlucht: Das Highlight der gesamten Tour. Während Leander und ich die Schlucht in vollen Zügen genossen, machte Christoph die "Augen zu und durch". Schwindelfrei macht diese Passage mehr Spaß! An einem Eisfeld kamen wir nochmal gehörig ins Schwitzen. Über dem Abgrund klebte da ein mehrere Meter langes Schneefeld in der Felswand. Auf dem Schneefeld waren nur 10 cm Platz, um den Fuß aufzusetzen. Mit dem Bike in der rechten Hand über dem Abgrund, setzten wir vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Die letzten Meter hinauf zum Schlinig-Pass waren dann ein Kinderspiel.
    Der Trail vom Pass zur Hütte zieht sich nochmal ganz schön in die Länge. Wir erreichten erst um 20:30 Uhr die Sesvenna-Hütte und bekamen nur mit viel Glück die letzten drei Schlafplätze. Duschen war auch nicht mehr möglich.
    Christoph ging bereits um 21:30 Uhr ins Bett, Leander und ich tranken mit Fossy und Emil noch zwei Radler und legten uns um 00:30 Uhr zum Schlafen.
    Übrigens: die Taubstummen kamen erst um 22:00 Uhr völlig entkräftet auf der Hütte an. Arme Jungs.
    Copyright © by Thomas Hofmann.